4.5. Peyote Stich - 2er Muster

Dieser Stich hat mehrere Einsatzmöglichkeiten.
Auch er kann zur Dekoration von Griffen von Fächern oder Rasseln verwendet werden, also in einer runden Version, so wie das 3er Muster.
Aber man kann auch flache Arbeiten damit machen.

 

Flache Version

Zuerst habe ich mich an der flachen Version versucht und eine Haarspange gemacht, anhand der ich diesen Stich erklären möchte.

Die Idee und ungefähre Anleitung dazu habe ich auf einer anderen Website gefunden:
Blue Hawaii Beads

Die unten aufgelisteten Fotos sind alle © by Native American Beadwork.

Hier seht ihr die Gegenstände, die für die Haaspange benötigt werden.

Wie beginnt man am besten?
Natürlich mit einer Perle!


Man nehme eine Perle und verknote sie mit dem Faden.
Anschließend wird der Faden abgeschnitten und verschmolzen (mache ich immer, da ich eine Kunstsehne verwende).
Jetzt einfach die anderen Perlen der Reihe nach auffädeln.
Hat man dann die Länge, die man benötigt, erreicht, zählt man die Anzahl der Perlen.
Für das Arbeiten ist es wichtig zu wissen, ob man eine gerade oder ungerade Anzahl hat, da man die Ränder unterschiedlich macht (in diesem Fall sind es 47 Perlen, also ungerade).

Wenn mann die richtige Anzahl an Perlen hat, nimmt man noch eine (Nr. 6 in der Grafik) auf.
Das ist die erste von der nächsten Reihe.

Man führt den Faden nochmal durch die vorletzte (4) Perle, wodurch die neue (6) die letzte Perle (5) nach unten drückt.

Und in dem gleichen Stil gehts weiter.

Immer eine Perle aufnehmen und durch die nächste durch, dann wieder eine aufnehmen usw.

Und wenn man in dem Stil weiter macht, sieht es dann am Ende der Reihe so aus. Doch wie verbinde ich die letzte Perle mit dem Rest? Da gibts ja keine Perle mehr zum Durchziehen.
Man führt die Nadel wieder zurück durch die erste Perle zurück nach innen.

Auch durch die vorletzte Perle führt man die Nadel zurück. 
 Hinter der vorletzten Perle wird der Faden verknotet.

Danach führt man die Nadel wieder durch die allererste Perle durch (hier die dunkelblaue) und durch die letzte von der Rückreihe (hellgrün).

Und jetzt kanns losgehen mit der nächsten Reihe.


Jetzt möchte ich zwischendurch noch erklären, was wäre, wenn wir eine gerade Anzahl an Perlen hätten?

Da wäre das Ende viel einfacher:


Besteht mein Werkstück aus einer geraden Anzahl von Perlen (in der Grafik1-4), so endet die zweite Reihe mit der Perle 6.
Danach wird der Faden durch die letzte/erste Perle geführt und ich kann die erste Perle für die 3. Reihe aufnehmen (Perle 7).

Das gleiche Schema ergibt sich dann auf dem Ende der anderen Seite.


Doch nun wieder zurück zu unserer Haarspange:

 Die 3. Reihe wird genauso gearbeitet, wie die erste. Das Ende ist ein wenig anders.
Die letzte Perle liegt tiefer, als die vorletzte.

Daher braucht man einfach nur die nächste Perle aufnehmen, die erste für die vierte Reihe.

Kommt uns das jetzt bekannt vor? Ja, es ist die selbe Arbeitsweise wie beim Beginnen der zweiten Reihe.

Und führt die Nadel wieder durch die vorletzte Perle durch.
Die vierte Reihe wieder wie die vorhergehenden fertigstellen.
Für dieses Ende, und die kommenden auf dieser Seite, habe ich meine spezielle Technik entwickelt: 

Wenn man die Nadel durch die letzte Perle führt, nimmt man die neue Perle der nächsten Reihe auf und geht nochmals durch die vorhergehende Perle durch.

 So kann wieder alles wie gewohnt weitergearbeitet werden.
 Von nun an ist alles nur mehr eine Wiederholung von den vorherigen Arbeitsschritten.

Doch nun wird es interessant.
Nun kommt die Verzierung dran:

Man fädelt einfach ein paar kleinere Perlen auf, dann kommt eine vorgebohrte Schnecke oder Muschel, und wieder kleine Perlen.
Je mehr kleinere Perlen, desto länger wird die Schlaufe.

Danach fädelt man durch eine kommende Perle durch.
Hier ist es völlig egal wie weit auseinander die Schlaufe hängt.
Es sollte so gearbeitet werden, wie es einem gefällt.

Die Schlaufe einfach festziehen und die nächste auffädeln.
Man kann auch die Abstände und Längen der Schlaufen abwechseln, genauso wie die Abfolge der Perlen und Muscheln.
Die erste Reihe wäre aufgefädelt.
Am besten dreht man die Arbeit dann um, und beginnt mit der zweiten Reihe. So kann man leichter arbeiten.
Und dann die weiteren Reihen, abhängig davon, wie viele Schlaufen man möchte.

Der Oberteil wäre geschafft.

Doch nun müssen wir die Spange selber vorbereiten, damit wir den Oberteil anbringen können.
Wenn man nicht so viel Zeit investieren möchte kann man auch den Perlenteil mit Heißkleber auf der Metallspange anbringen.
Doch wer etwas dauerhafteres möchte, sollte folgende Vorgehensweise wählen:


Solche "leeren" Haarspangen bekommt man in fast jedem Bastelgeschäft.
Das Leder ist in diesem Fall ein Hirschleder, aber auch jedes andere Leder, das nicht zu dünn und nicht zu hart ist, kann verwendet werden.

Zuerst zerlegt man die Spange in ihre Einzelteile:

Klammer aus der Halterung nehmen, Mittelteil liegt nur im Unterteil drinnen.

Nun klebt man den Unterteil auf das Leder und schneidet zu.

Der Streifen muß so breit sein, daß er um den Klammerteil gewickelt und zusammengenäht werden kann. Aber nicht zu breit zuschneiden, da sonst der Perlenteil mit dem Leder rutschen könnte. Es sollte ziemlich eng genäht werden, denn das Leder dehnt sich noch etwas.

Nicht die Einschnitte an den Seiten vergessen, die Enden müssen anders genäht werden.

Hier ist der Mittelteil bereits zusammengenäht.

Überschüssiges Leder am Rand wegschneiden ...

... Leder umbiegen und durch das Loch in der Klammer annähen.

Gut gemacht!

Nun wird der Perlenoberteil einfach am Rand des Leders angenäht.

Ich habe es so gemacht, daß ich die Nadel durch eine Perle durchgeführt habe und dann durchs Leder gestochen habe.
Danach wieder durch die "übernächste Perle", die weiter herausschaut, und wieder durch das Leder.

Fertig!

Nun noch die Haarspange wieder zusammenbauen ...

... und fertig ist das gute Stück!
Ich wünsche Euch gutes Gelingen bei euren eigenen Arbeiten!

Runde Version

Um hier einen ersten Versuch zu machen, habe ich den Schlüsselanhänger etwas abgewandelt und ein eigenes Muster entworfen.
Wie man das Holz mit dem Leder umklebt, siehe Workshop Peyote 3.

Auf dem linken Foto seht ihr das Muster, das bereits mit Leder umklebte Rundholz, sowie die benötigten Perlen.

Rechts noch mal das Muster alleine.


Der Faden wird angeschmolzen und in der Mitte ins Leder gestochen.
Warum die Mitte?
Die Mitte deswegen, daß das Muster schön zentriert ist, sofern man noch keine Erfahrung oder exakte Vorlage hat.


Jetzt fädelt man die erste Reihe (also die mittlere) auf.

In dem unteren Bild habe ich den Pfad der "ersten Reihe" eingezeichnet.
Diese verläuft Zick-Zack, da ja in der nächsten Reihe nur mehr jede 2. Perle aufgenommen wird.
Dadurch verschiebt sich die "erste Reihe" und es entsteht das gewohnte Muster.

Nun führt man die Nadel durch die ersten Perlen wieder durch und zieht den Faden fest.  

Jetzt beginnt der schwierigste Teil.

Schwierig deswegen, weil man die aufgenommenen Perlen richtig plazieren muß, was am Anfang etwas schwierig ist, da die typische Zick-Zack Form erst entsteht. Deswegen muß man besonders sorgfältig arbeiten.

Nachdem man die erste neue Perle (in der richtigen Farbe!!) aufgenommen hat überspringt man die nächste Perle und führt die Nadel durh die kommende Perle. 
Durch die eingefügte Perle wird beim Festziehen des Fadens die übersprungene nach unten gedrückt. Und so entsteht das Zick Zack Muster. 
Und wieder wird die nächste Perle aufgenommen, eine Perle übersprungen und wieder die Nadel durch die folgende Perle führen. 
Wenn man die Technik weiterführt .... 
.... entsteht daraus unser Zick Zack Muster. 

So habt ihr die erste und schwierigste aller Reihen geschafft.
Gratulation!

Hier seht ihr nun das wachsende Design der einen Hälfte.

Jetzt kommt das Ende dran.

Ich wollte ebenfalls eine abgerundete Kante machen, so wie im Peyote 3, doch hat sich das als ungleich schwieriger herausgestellt.
Grund hierfür ist die Tatsache, daß nur jede 2. Perle ander Spitze steht (beim Peyote 3 ist es jede 3. Perle.)

Dies bedingt, daß die Abstände zwischen den Perlen an der Spitze zu klein ist.

Zuerst habe ich versucht, die Perlen zusammenzuziehen.
Doch bereits hier sieht man links und rechts Beulen wegstehen, da die Perlen sich gegen-seitig wegdrücken.
So habe ich versucht die Perlen so gut es ging runter zunähen, so wie beim 3er Peyote angegeben.
Hier die fertige Kuppe.

Und hier sieht man das "wachsende Design" auf der anderen Hälfte.

Da am Ende des Designs noch etwas Leder übrig war (war wohl doch nicht ganz die Mitte ;-)), habe ich spontan eine Reihe weiße Perlen angehängt.

Als Abschluß kamen noch Fransen dran.

Das ist eine Abwandlung einer Version für Randarbeiten.

Man fädelt den Faden durch eine hochstehende Perle, fädelt 5 Perlen auf und führt die Nadel wieder durch die nächste hochstehende Perle durch.

So entstehen die Schlaufen.

Und hier das Endprodukt:

Hier gibts noch das Musterpapier zum Runterladen, damit man eigene Designs entwerfen kann, egal ob flach oder rund.

Viel Spaß beim Nachmachen :-)